"Über mich - von mir"

1962 erblickte ich diese Welt im schönen Koblenz am Rhein. Koblenz ist eine sehr lebhafte, kreative, vielfältige, kulturelle, sehenswerte und harmonische Stadt.

Mag sein, dass die Koblenzer nach dem Krieg und dem daraus resultierenden „Mangel“, der Aufbau ihrer Stadt nur möglich wurde, weil sie in ihrem Herzen Kreativität, Mut, Hoffnung, Vielfältigkeit, wie den Wunsch nach Harmonie und Frieden hatten. Ebenso mögen unbewusst Rhein und Mosel für das Miteinander eine Symbolik zeigen.

Die Geschichte meiner Geburtsstadt hat Einfluss auf mein Leben, Denken, Fühlen und Handeln. Vielleicht ist es eine stille Identifizierung mit ihr.

In meiner frühen Jugend wurde ich von Kunst geprägt. Viel Zeit verbrachte ich in einer Galerie, lernte Künstler kennen und erfuhr vieles über ihre Werke und Motivationen.

Meine Ausbildung zum Werbegrafiker intensivierte meinen Blick für Farben, Formen, Typografie und deren Wirkung. Weitere berufliche Stationen waren mir wichtig. Dazu zählten die Erfahrungen in einer Siebdruckerei, später die Tätigkeiten als Redaktionsangestellte für einen Zeitungsverlag und auch die Zeit als Medienberater.

Bewegung gehört zum Leben, wie Freude und Ruhe. Das Leben ist weder schwarz noch weiß, dazwischen existieren unendliche Graustufen.

Egal, welche Lebensstationen auftraten, gefüllt wurden alle Zeiten mit Themen wie, Kunst, Kultur, Philosophie, Frieden, Menschen und dieser Welt.

Als ich mit vierzig Jahren meinen „Lebensmittelpunkt“ und meine Gesundheit verlor, begann eine äußere Revolution, jedoch auch ein innerer Ruf nach Neuorientierung notwendiger zu werden, als es mir damals bewusst war. Unendliche Operationen, Therapien, entzogen mir die berufliche Eigenständigkeit. Mehrfache medizinische Gutachten kamen zu dem Schluss, nie mehr gesund zu werden. Dies schreibe ich gerne offen auf meine Homepage, denn es gehört zum Weg und schenkt vielleicht anderen Menschen etwas Wertvolles. „Sie werden nie wieder gesund, finden sie sich damit ab“, diese Aussage akzeptierte ich ab der ersten Sekunde nicht. Durch viele Operationen/Therapien konnte ich meinen rechten Arm kaum bewegen und wenn nur unter großen Schmerzen. Und doch ging ich damals in meine kleine Welt und begann einfach zu malen. Tag und Nacht, so als wolle ich mir zeigen, dass es Chancen nur dann geben kann, wenn man mutig, hoffnungsvoll, kreativ und überzeugt ist, wieder aufzustehen. Passt doch zu meiner Geburtsstadt Koblenz!

Das Schicksal klopft nicht zu Hause an, es begegnet uns Menschen weit mehr draußen. Zu meiner Düsseldorfer Zeit lernte ich einige Künstler kennen, sah ihnen über die sogenannte „Schulter“, erfuhr von ihren Intensionen im Bereich der bildenden Kunst. Heute nenne ich diese Zeiten gerne „studieren ohne Universität“, dafür in einer inneren Freude, die scheinbar ein in mir schlummerndes Talent geweckt haben.

Alles hat etwas Sinnvolles, auch, wenn es sich nicht immer sofort zeigen mag. Eines Morgens schlage ich in Koblenz die Zeitung auf und sehe, dass ein wunderbarer Freund aus Jugendtagen einen Tag der offenen Türe in seinem Atelier hat. Keine Frage, dass mein Weg mich dahin führte. Auch wenn ich von Vorbildern nichts halte, vielleicht weil man annimmt, diesen folgen zu müssen, statt seine Authentizität zu leben, gehört dieser Koblenzer Künstler für mich zu einer wahren Bereicherung, Inspiration und in gewisser Weise zu meinem „Professor“ an der Lebensuniversität, Fachrichtung Kunst.

Bei „Joseph Beuys“ hätte ich gerne ein paar Semester studiert. Zitate von ihm gefallen mir!

Joseph Beuys sagte: «Kunst kann man lernen, eine gewisse Begabung wird wohl Voraussetzung sein, aber Fleiß gehört dazu. Kunst kommt von Kunde, man muss etwas zu sagen haben, aber auf der anderen Seite auch von Können, man muss es auch sagen können. Und dann Sinn für Proportionen, für Masse, Formsinn, Sinn für Gleichgewicht. Natürlich ist das subjektiv. Aber es gibt keine Möglichkeit Urteile zu fällen außerhalb des Subjekts.»

Ob meine Kunst Begabung und Fleiß sind, mag eine Sache sein. Meine Kunstwerke haben etwas zu sagen, jedes erzählt eine Geschichte. Manches Werk sieht man vielleicht immer wieder aus einem anderen Blickwinkel, wie dieser auch sein mag, sagen/erzählen kann ich zu jedem Bild etwas. In fast allen meinen Werken findet sich etwas für „Proportionen, für Masse, Formsinn, Sinn für Gleichgewicht,“ wie Joseph Beuys es aufführt. Doch ich meine es doppeldeutig, als Gemälde und deren Geschichten aus dem Leben, auf dieser Welt und für diese Welt!

Ich bin verheiratet mit Frank Laufenberg und lebe in Baden-Baden.

Petra Laufenberg